Windenergieanlage Wittesheim 

Die Sicherung unserer Energieversorgung auf umweltvertrĂ€gliche Weise gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wir mĂŒssen den Verbrauch an fossilen EnergietrĂ€gern weiter verringern und erneuerbare Energien stĂ€rker einsetzen. 

Im Interesse des Klimaschutzes und der Ressourcenschonung kommt dabei der Nutzung von Wasser, Biomasse, Sonne und Wind eine immer grĂ¶ĂŸere Bedeutung zu. Die Windenergie ist heute neben der Wasserkraft diejenige Energie mit dem grĂ¶ĂŸten kurzfristig erschließbaren Potential zur Stromerzeugung. 

Jede mit einer Windkraftanlage erzeugte Kilowattstunde Strom erspart der Umwelt rund ein Kilogramm CO2. 

Mit der Wittesheimer Windenergieanlage können somit pro Jahr ca. 

2.600.to CO2

7 to Stickoxide

2 to Kohlenmonoxid

sowie weitere Schadstoffe wie Schwefeldioxid oder Flugasche

oder 7,5 kg radioaktiver AtommĂŒll  

unserer Umwelt erspart werden.   

Die ErwĂ€rmung unserer Umwelt kann durch den Einsatz regenerativer Energien wesentlich verlangsamt werden. 

Mit einer finanziellen Beteiligung an der Windenergieanlage in Wittesheim haben 65 Personen die große Chance genutzt, unsere Umwelt aktiv zu schĂŒtzen. Dieser Personenkreis hat im FrĂŒhjahr 2002  ein Stammkapital in Höhe von 1 100 000.- Euro ökologisch sinnvoll in diese dezentrale heimisch erzeugte Energie angelegt. Zur vollstĂ€ndigen Finanzierung des Projektes wurde ein LfA Kredit in Höhe von 900 000.- Euro bei der heimischen Raiffeisen Volksbank Monheim aufgenommen.

Fakten zur Windenergienutzung in Deutschland

Die weltweiten VorrĂ€ten an Öl, Gas und Uran gehen in wenigen Jahrzehnten zu Ende. Auch wenn noch einige zusĂ€tzlichen VorrĂ€te entdeckt werden sollten, kann das globale Ökosystem schon die Verbrennung der jetzt bekannten Ressourcen nicht mehr verkraften. Die heutige Energiepolitik hat unseren Planeten in eine fatale Sackgasse gefĂŒhrt. Die erneuerbaren Energien bieten dagegen ein unerschöpfliches Potential.

Die erneuerbaren Energien Sonne, Wasser, Wind, Biomasse und ErdwÀrme bieten jÀhrlich ein vielfachen Potential des internationalen Energiebedarfs.

Der technische Fortschritt der erneuerbaren Energien, speziell der neuen Windenergie, ist enorm: Moderne Windkraftanlagen arbeiten leise und effektiv: Eine einzige 1.500 kW-Anlage versorgt rund 1.000 Haushalte oder zwei Bundesbahn-Elektroloks. In Schleswig-Holstein werden heute bereits ĂŒber 10 % des Stroms aus Windkraft erzeugt, im Kreis Nordfriesland um 70 %. In Deutschland könnte man bis zum Jahre 2020 mit nur 25.000 modernen WindmĂŒhlen rund 30 % des ElektrizitĂ€t erzeugen. In DĂ€nemark soll bis zum Jahre 2030 rund 50 % des Stroms mit Windkraft erzeugt werden. Das Europa-Parlament will den Anteil erneuerbarer Energien in Europa bis zum Jahre 2010 verdoppeln.

Erneuerbare Energien bringen mehr ArbeitsplÀtze, Klimaschutz und LebensqualitÀt.

Kein Kraftwerk fĂŒr sich allein erreicht eine sichere Versorgung. SĂ€mtliche europaweit verfĂŒgbaren Kraftwerke schĂŒtzen und stĂŒtzen bei Ausfall einzelner Kraftwerke das Gesamtnetz. In dieses moderne Netzwerk integrieren sich Windkraftwerke problemlos und reduzieren Kraftwerks-Neubaubedarf und schadstoffstrĂ€chtige Brennstoffe. Regionale Energieversorger mit zum Teil schwachen Netzen zeigen sich an der netzstĂŒtzenden Hightech-Windkrafttechnologie sehr interessiert.

Ein „Parallelbetrieb“ konventioneller Kraftwerke ist wegen der europaweiten NetzverfĂŒgbarkeit nicht erforderlich. Internationale Netzexperten beurteilen die Einspeisungsschwankungen des Windes auch bei hohen Leistungen als wesentlich unkomplizierter als verbraucherbedingte Abnahmeschwankungen, beispielsweise in der Pause von Fußball-LĂ€nderspielen.

Mit einer Windkraftanlage lĂ€sst sich wĂ€hrend der 20jĂ€hrigen Nutzungszeit rund 40 bis 85 mal soviel Energie gewinnen, wie fĂŒr ihre Errichtung, ihren Betrieb und ihre Entsorgung verbraucht wird. Bei konventionellen Kraftwerken liegt dieser „Erntefaktor“ bei 0,3 bis 0,4, da wĂ€hrend des Betriebs stĂ€ndig Energie in Form von Rohstoffen zugefĂŒhrt werden muss. Schon in knapp 3 Monaten kann eine Windkraftanlage die bei ihrer Herstellung verbrauchte Energie wieder „einspielen“.

Der Einsatz der erneuerbaren Energien und intensive EinsparungsbemĂŒhungen mĂŒssen sich aus GrĂŒnden des internationalen Klimaschutzes ergĂ€nzen. Es gilt:: Jede Kilowattstunde Windstrom spart ĂŒber 3 kWh schadstofftrĂ€chtige konventionelle PrimĂ€renergie ein.

Bei einer deutschen KraftwerksĂŒberkapazitĂ€t von rund 40 % wird deutlich, warum sich die Energiewirtschaft gegen den Einstieg in die erneuerbaren Energien wehrt. Diese ÜberkapazitĂ€ten werden von den deutschen Stromverbrauchern ĂŒber den Strompreis finanziert. Da die Atomkraft nur 20 % der deutschen KraftwerkskapazitĂ€t ausmacht, wĂ€re sie ohne technische Nachteile abzuschalten.

Bei einer Stromerzeugung von rund 150 Mrd. kWh hat die deutsche Braunkohle derzeit 700 kmÂČ FlĂ€chenbedarf. FĂŒr die gleiche Strommenge benötigt die Windkraft nur 1/28 der FlĂ€che (rund 25 kmÂČ). WĂ€hrend das Projekt Garzweiler II  auf 48 kmÂČ in 40 Jahren im Mittel jedes Jahr rund 30 Mrd. kWh erbringt, erbrĂ€chte die gleiche FlĂ€che mit dezentralen Windkraftfundamenten 288 Mrd. kWh die knapp zehnfache Windstrommenge fĂŒr mehrere Generationen.

Nach wissenschaftlichen Erhebungen hat jede eingespeiste kWh Windstrom einen volkswirtschaftlichen Nutzen von 16 Cent/kWh. Kohle und Kernenergie haben im Gegensatz dazu externe Nachteile von 10 bis 23 Cent/kWh. Statt diese Folgekosten von den Stromverbrauchern mit dem Strompreis oder durch eine Energiesteuer zu erheben, werden energiebedingte Umwelt- und GesundheitsschĂ€den heute großenteils aus dem Staatshaushalt bezahlt.

Energieversorger erstatten sich fĂŒr Windstrom aus eigenen Anlagen 15 bis 23 Cent/kWh. Private Windkraftanlagen-Betreiber erhalten dagegen nach dem Stromeinspeisungsgesetz nur
9 Cent/kWh. Die Versorger verĂ€ußern den angekauften Windstrom mit bundesweit rund drei Cent Aufschlag an Haushaltskunden weiter. Bei ca.  5 Mrd. kWh Windstromproduktion  1998 hat die Energiewirtschaft aus dem Windstromhandel also rund 150 Millionen Euro zusĂ€tzliche Einnahmen.

Mit massiven Subventionen fĂŒr den Atomstrom (ca. 20 Mrd. Euro bis 1995 plus 20 Mrd. Euro ĂŒberhöhte steuerfreie RĂŒckstellungen) und Subventionen fĂŒr die Kohleverstromung bis 1995 von ĂŒber 50 Mrd. Euro plus 35 Mrd. Euro bis 2005 wird nach wie vor verhindert, dass die erneuerbaren Energien wettbewerbsfĂ€hig werden können. DemgegenĂŒber flossen an die Windenergie bis 1995 nur ca. 0,3 Mrd.Euro.

Bei einer volkswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung unter Einbeziehung der externen Kosten ist die Windkraft neben der Wasserkraft schon heute die ökonomisch und ökologisch effektivste Stromquelle.

Die ökologischen VorzĂŒge der Windkraft werden von den großen deutschen Naturschutz- und UmweltverbĂ€nden immer wieder hervorgehoben: BUND, NABU, WWF, Greenpeace und Robins Wood setzen sich intensiv fĂŒr den weiteren umweltgerechten Ausbau der Windkraft und der anderen erneuerbaren Energien ein, ebenso derDeutsche Bauernverband, Gewerkschaften und Kirchen.

Windstrom wird heute vielfach durch BĂŒrgerwindparks produziert, die von der örtlichen Bevölkerung getragen werden. Der Einsatz der Einwohner fĂŒr eine umweltvertrĂ€gliche  Stromerzeugung hat vielerorts neue Vereine, Gruppen und Kooperativen an einen Tisch gebracht und dadurch lĂ€ndliche RĂ€ume belebt.

Die ungesicherte Entsorgung von AtommĂŒll gefĂ€hrdet unsere Gesundheit und die Gesundheit unserer Nachkommen mehrere tausend Jahre lang. Die Kosten der PolizeieinsĂ€tze bei den bisherigen Castor-Transporten (zuletzt rund 50 Mio. Euro pro Einsatz) sind höher als die von Energieversorgern behaupteten „Mehrkosten“ durch Windstrom. Windkraftanlagen dagegen sind am Ende der Betriebszeit einfach „abzuschrauben“ und zu recyceln.

Sonne, Wasser, Wind, Biomasse und ErdwĂ€rme haben in allen LĂ€ndern der Erde gegenĂŒber dem Energiebedarf ein vielfach höheres Potential. Sie erfordern weder heute noch morgen eine Missbrauchskontrolle wie es bei der Atomkraft der Fall ist. Die erneuerbaren Energien sind damit einer der wirkungsvollsten BeitrĂ€ge fĂŒr einen neuen internationalen Frieden und Verbesserung der globalen LebensqualitĂ€t.

Windenergie ist absolut umweltfreundlich, da keinerlei Schadstoffe ( Abgase oder Abwasser) entstehen. Die CO2 Belastung wird deutlich reduziert, Altlasten können nicht entstehen, da die Anlage spÀter völlig recycelt werden kann und auch wÀhrend des Betriebes keinen Abfall erzeugt.

Windkraftanlagen lassen weiterhin in unmittelbarer NÀhe die Nutzung der landwirtschaftlichen FlÀchen zu.

Durch die dezentrale Energieerzeugung von Windenergieanlagen vor Ort sind wesentlich kleinere Netzverluste vorhanden.

Da Windkraftanlagen heute bereits in Serie gebaut werden und einer strengen QualitĂ€tskontrolle unterliegen ist heute eine technische VerfĂŒgbarkeit von 98% erreicht worden.